Lesen Sie gern Märchen? Kennen Sie das noch: “Ein Künstler im Diensten ihrer Majestät, stehe in schwierigen Zeiten des Pessimismus nicht zu Ihrer Verfügung!“? Quatsch, oder. Außerdem, das klingt pompös und irgendwie albern, nicht wahr?
Und die Zeiten der Queen & Co. Sind längst um, ist ja bekannt. Wir haben das XXI Jahrhundert und heutzutage nennt sich jeder faule Graffiti-Freak stolz und brav „ein Künstler“. Oder „der Künstler“. Je nachdem. Es sei denn, ausgerechnet dieser eine „der Künstler“ ist inzwischen unter seinen gerademal 12 Fans bei Facebook zu Oberkünstler gekürt worden. Wegen den nachgemalten Initialen der Deutschen Bahn auf der Strecke von Hamburg nach Harburg. Hurra, Kameraden
Part II – ein Künstler de facto
Wir widmen unsere Aufmerksamkeit den richtigen Künstler zu. Oder zumindest den anerkannten. Als Beispiel nehmen wir den weltweit berühmten Künstler namens Kasimir Malewitsch und das wohl seinen bekanntesten Werk: Das Schwarze Quadrat.
Haben Sie das Schwarze Quadrat schon gesehen oder davon gehört? Ich rede nicht von Tafelschokolade oder Windowsabstürz. Tippen Sie in Google ein: knappe 180 Tausend Ergebnisse. Nicht berauschend für einen Werk, der im Jahr 2015 Hundert Jahre alt wird und im Jahr 2010 ca. Und rein theoretisch bis 7 Millionen US-Dollar kosten könnte. „Rein theoretisch“ aus dem Grunde, dass dieses Werk per se nicht verkäuflich sei. Offiziell zumindest.
Aber, wenn Sie sich vor dem Schwarzen Quadrat mal hinsetzten würden, so für ein paar Stunden, dann hätten Sie festgestellt, dass irgendetwas Magisches und anziehendes zu finden wäre. Man kann es nicht unbedingt von Anfang an erklären bzw. Erahnen, was genau so faszinierend und auch teuer an diesem Quadrat wäre. Aber, die Menschen weltweit versuchen es immer wieder und schon fast 100 Jahre lang, in die Welt des Unterbewusstseins des Künstlers zu tauchen und seinen Geniestreich zu begreifen.
Und schon dafür, dass dieser Künstler die Menschen dazu animiert habe, sie bewegt habe, motiviert habe, den Verstand und die Logik des Unbegreiflichen zu fassen, macht ihm zu einem Künstler. Dabei bleibt der Sammelbegriff des Künstlers weiterhin ziemlich wässrig.
Wo liegt dann der Unterschied zwischen keinem geringen als Kasimir Malewitsch und einem Graffiti-Künstler im Hinterhof der Hansestadt? De facto ist der erste, und das ist ohne Fragen, ein Künstler. Der Künstler.
Und der Zweite? Bleibt weiterhin ein Zweiter. Oder würde ein schwarzes Quadrat am Hamburger Bahnhof automatisch um die Millionen US-Dollar kosten?
Part III – ein Zwischenfazit
Ultima Ratio gibt es dafür nicht: die Diskussion kann und darf man ewig führen. Als ein Künstler darf man auch diese Diskussion mit sich selbst führen – erlaubt ist nicht verboten.
Sinnvoll? – Vielleicht. Das Werk ist zu einer Ikone geworden, die Anerkennenden sind und waren selbst Künstler gewesen. Für anderen war das Werk ein Sarkophag. Die ganz schlauen sahen das Quadrat nicht nur als Quadrat an, sondern auch aus anderen geometrischen Figuren bestehend, die in einer bestimmten und, natürlich, genialen Reihenfolge positioniert und konzipiert wurden.
Alles nur Quatsch? – Mag sein. Jeder (Künstler) entscheidet für sich selbst.
Eine ewige Frage der Menschheit, wer ein Künstler ist und wer nicht, die entlüfteten Geheimnisse eines Künstlers und diejenigen, die in ihrer Seele bzw. Sich als Künstler sehen - all das und noch einiges mehr erfahren Sie hier http://www.artnet.de/magazine/die-kunstler-der-documenta-12/
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