Eigenschaften und Anwendungen von Arbeitsplatten mit HPL- Oberfäche
HPL (High Pressure Laminate) wird auch Schichtstoff oder Laminat genannt. Das Material besteht im wesentlichen aus Zellulosebahnen und Kunstharzen. Overlaypapier, Dekorpapier und Natronkraftpapier werden mit aushärtetenden Melaminharzen unter hohen Druck zur fertigen Platte verpresst. Dabei erhöht das Overlaypapier die Abriebeigenschaften, das Dekorpapier sorgt für die optische Gestaltung und das Natronkraftpapier wird als Kernlage verwendet.
HPL- Oberfächen haben aufgrund der hervorragenden Eigenschaften seit Jahren einen Stammplatz in der Küchenproduktion bekommen. HPL ist eher ein hartes Material, und somit sind diese Oberflächen ziemlich resistent gegen mechanische Abnützungen, also relativ gut Stoss- Kratz- und Abriebfest. Trotzdem sollte man auf diesen Oberflächen nicht mit Messern schneiden, da diese zwar bedingt kratzfest, aber nicht schnittfest sind.
Zusätzlich ist HPL für den Küchenbereich ein idealer Werkstoff, da es zum Kontakt mit Lebensmitteln zugelassen ist. Weiters ist die HPL-Beschichtung nicht nur wasserbeständig, sondern auch unempfindlich gegen Alkohol, organische Lösungsmitteln und den meisten im Haushalt verwendeten Reinigungsmitteln. Sie kann leicht gereinigt und gepflegt werden. Oft reicht dazu ein Schwammtuch und ein leichter Haushaltsreiniger. Weitere Vorteile dieses Materials sind noch die relativ hohe Lichtbeständigkeit und die sehr gute Wärmebeständigkeit. Erwähnenswert ist auch die gute Beständigkeit der HPL-Platte gegen Zigarettenglut, trotzdem sollte man unbedingt einen Aschenbecher verwenden.
Diese Küchenarbeitsplatte ist eigentlich eine Verbundplatte, bestehend aus der Trägerplatte und einer Beschichtung aus HPL. Die Trägerplatten sind meist aus Holzwerkstoff; es wird vornehmlich Holzspanplatte verwendet, aber auch das Material MDF, eine mitteldichte Holzfaserplatte kommt dabei zum Einsatz. Gebräuchliche Stärken für das Trägermaterial sind 28 und 38mm, aber auch größere Materialstärken können produziert werden. Die aufgebrachte Oberflächen-Beschichtung aus HPL hat meistens eine Stärke von ca. 1mm.
Die Vorderkanten dieser Arbeitsplatten werden oft in abgerundeter Form mit den unterschiedlichsten Kantenradien produziert. Hierzu wird die Postfoming-Technik verwendet, wobei der Schichtstoff unter Wärmeeinwirkung auf die vorgefräste Rundkante des Trägermaterials gepresst und verleimt wird.
Auf der Unterseite wird bei der Produktion noch eine Gegenzugfolie aufgebracht, welche die Platte zusätzlich gegen Wasser- und Dampfeinwirkungen schützt. Zumeist wird auch auf der Hinterkante dieser Arbeitsplatten eine Versiegelung angebracht, welche die Platte ebenfalls gegen Wasser und Dampf schützt.
Die Oberseite der HPL-Beschichtung hat ein dekoratives Dekor, welches oft eine eine Holznachbildung, eine Unifarbe, ein Stein- oder Fantasiedekor sein kann, aber sogar gelungene Metalldekore befinden sich heutzutage in den Kollektionen der Hersteller.
Die Oberflächenstrukturen reichen von matt bis glänzend und die Fläche kann verschiedenste Strukturen von glatt über porig bis zur Steinstruktur aufweisen. Diese Strukturen werden beim Verpressvorgang mit besonderen, meist geprägten Pressblechen erzielt.
Dieses hervoragende Material hat allerdings auch eine kleine Schwachstelle. Wie oben erwähnt, ist das Trägermaterial der Küchenarbeitsplatte zumeist aus Holzspanplatte. Hier ist Einfluss von Feuchtigkeit eine kritische Größe. Da dieser Werkstoff bei Einwirkung von Wasser oder/und Dampf zu Quellung neigt, ist dieser Einfluss unter allen Umständen zu unterbinden. Bei der Montage muß ein Hauptaugenmerk auf die Versiegelung von Plattenstößen, Platteneckverbindungen, Ausschnitten und Aussparungen gelegt werden. Als Abdichtungen haben sich Silikondichtstoffe und spezielle Fugenkleber bewährt.
Auch auf die Arbeitsplattenunterkante bei Einbau von Backofen und Geschirrspülern ist zu achten. Hier sind vor allem Wrasenschutzbleche gegen die Dampfeinwirkung vorzusehen.
Um nachträglichen Ärger zu sparen ist es empfohlen, Küchenarbeitsplatten immer durch einen qualifizieren Fachbetrieben montieren zu lassen.
Auch bei der Lagerung der noch nicht eingebauten Platten ist auf einige Punkte zu achten.
Die Arbeitsplatten sollten in geschlossenen Räumen bei ca. 20° Temperatur und ca. 55 – 65% relative Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Bei Nichteinhaltung könnte es dann zu einem Verziehen oder zur einer Dimensionsänderung der Platten aus klimatischen Gründen kommen. Die Platten sollten waagrecht in geeigneten Regalsystemen gelagert werden. Ein senkrechte Lagerung ist unzulässig.
Abschliesend sei gesagt, das die Küchenarbeitsplatte mit HPL-Beschichtung aufgrund der Summe ihrer guten Eigenschaften ihren Siegeszug um die ganze Welt angetreten hat. Höchstwahrscheinlich ist sie auch die meistverkaufteste Arbeitsplatte weltweit. Die Vorgaben betreffend Lagerung und Einbau sollten unbedingt eingehalten werden. Bei pfleglichem Umgang mit ihr wird der Benutzer viele Jahre Freude an ihr haben.
Eine schöne Fotoauswahl von Küchen mit HPL- beschichteten Arbeitsplatten ist unter diesen link zu sehen.
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