Wenn man den Werbestrategen diverser Nassrasierer-Hersteller Glauben schenken möchte, dann hat es früher nur schlechte Rasierer gegeben. Sonst wären die bahnbrechenden Entwicklungen der letzten 25 Jahre nicht nachzuvollziehen. Doch ein Blick in einen Test Mitte der 1980er Jahre belegt, dass es schon damals gute und preiswerte Rasierer gab. Sicherlich hat es neue Maßstäbe bei der Bewertung der Nassrasierer gegeben und die Ausstattung ist heute zum Teil umfangreicher. Aber ist die tatsächliche Rasierleistung besser geworden?
Der Test aus dem Jahre 1983 belegt, dass zumindest zwei als von den Herstellern für wichtig erachtete Aspekte kaum Einfluss auf das Testergebnis hatten: Die Mehrfachklinge und der Schwingkopf. Bei dem Thema Mehrfachklinge sind natürlich Einschränkungen in Bezug auf die Vergleichbarkeit mit heutigen Nassrasierern zu machen. Damals, in den 80ern, kamen gerade erst die Doppelklingenscherköpfe auf. Im Vergleich zu Einfachklingen konnten sie keine wirklich besseren Ergebnisse erzielen. Auch der Schwingkopf erlaubte keine glatteren Rasuren.
Stattdessen unterschieden sich die Modelle bei der Gefährlichkeit und der Handhabung. So fielen die Modelle Schick Injector, Schick Injector II und Wilkinson T70 dadurch auf, dass sich die Testpersonen wiederholt damit die Gesichtshaut aufgeritzt hatten. Die Schnitte betrafen dabei sowohl die Kinnpartie als auch Wange und Hals. Das vom Hersteller als besonders sanft titulierte Wilkinson System T70 sorgte bei den Probanden mit empfindlicher Haut für ärgerliche Hautreaktionen. Darüber hinaus wirkte sich die Größe des Scherkopfs beim Rasierer vom Typ T70 System negativ auf die Handhabung aus. Der größere Kopf mag an der Wange oder am Hals das Schertempo erhöhen, aber für die Rasur der Oberlippe war die ausladende Klingenhalterung schier unpraktisch.
Ein praktisches Problem scheint den Entwicklern der Rasierer bei der Forschungsarbeit nicht aufgefallen zu sein und dieser Umstand gilt für alle Hersteller: Die Klinge selbst kann bei der Rasur nicht im Spiegel beobachtet werden. Das erschwert die Übergänge zu den Haaransätzen bzw. Koteletten. Hier sind Trockenrasier leicht und Langhaarschneider erheblich im Vorteil. Diesbezüglich konnte auch das Sondermodell des Tests, der elektrische Nass-/Trockenrasier mit integriertem Langhaarschneider, der National Wet-Dry, Boden gutmachen und sich ebenfalls in beiden Disziplinen die Note gut abholen. Allerdings war der Preisunterschied der Rasierer enorm. Während die mechanischen Trockenrasierer inklusive 2-, 3- oder 5-Klingenmagazin (oft auch mit Ablage) zwischen umgerechnet zwei und drei Euro kosteten, lag der Preis des National Wet-Dry bei umgerechnet knapp 80 Euro. Einwegrasierapparate kosteten um eins fünfzig bis zwei Euro, schnitten gut ab, waren aber in Sachen Preisleistungsverhältnis keine wirklich interessante Alternative zu den Mehrweg-Rasierern.
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