Fast jeder Vierte 15-Jährige in Deutschland kann selbst einfachste Texte nicht verstehen und nur auf Grundschulniveau rechnen! Das waren die niederschmetternden Resultate der Pisa-Studie vor einiger Zeit. Kinder, die so große Probleme mit dem Lesen, Schreiben und Rechnen haben, haben es später sehr schwer auf dem Arbeitsmarkt. Deshalb ist es wichtig so früh möglich einzugreifen. Oft lässt sich eine Lernschwäche schon im frühen Alter erkennen und kann dann leichter behoben werden.
Viele Kinder mit einer Lernschwäche sind in ihrer Entwicklung gestört. Das geht aus einer Untersuchung des öffentlichen Gesundheitsdienstes zur Einschulung hervor. Bei immer mehr Kindern im Vorschulalter sind Störungen bei der Sprachentwicklung, der Grob- und Feinmotorik und dem Sozialverhalten auffällig.
Diese Störungen sind sogar meist so gravierend, dass diese Kinder eigentlich nicht schulfähig sind, aber in Ermangelung geeigneter Vorschuleinrichtungen meist dennoch in die Schule kommen. Dann fangen die Probleme erst richtig an.
Lernschwächen können in Form einer Lese-Rechtschreibschwäche und/oder einer Rechenschwäche auftreten. Entwicklungsstörungen können schon im frühen Alter auf Lernschwächen hinweisen. Kinder mit frühen Lernschwächen haben eine normale Intelligenz. Ihr Gehirn hat nur Schwierigkeiten bestimmte Informationen zu verarbeiten. Die Bereiche, die dafür zuständig sind, sind in ihrer Entwicklung verzögert und müssen trainiert werden um gut funktionieren zu können. Manchmal reifen diese Gehirnareale spontan nach. Sollte das aber nicht der Fall sein, dann sollten Eltern professionelle Hilfe einschalten.
Es gibt ein paar Anzeichen um eine Lernschwäche schon im frühen Alter zu erkennen. Kinder, die z.B. im Alter von zwei immer noch einen Wortschatz unter 100 Wörtern und noch nicht in Mehrwortsätzen sprechen, können an einer Lernschwäche leiden. Diese Kinder haben große Schwierigkeiten beim Erkennen von Reimen und Silben. Sie können einzelne Buchstaben nicht aussprechen und weisen eine allgemeine Verzögerung bei der Sprachentwicklung auf. Oft haben Eltern oder Geschwister ebenfalls Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben oder Rechnen. Vererbung spielt eine große Rolle.
Die betroffenen Kinder haben auch Schwierigkeiten mit der Motorik. Sie laufen noch im Alter von 3 Jahren unsicher, stolpern oft und stoßen sich an. Außerdem zeigen sie oft auch Verhaltensauffälligkeiten: aggressiv, übertrieben schüchtern, ungewöhnlich unruhig oder unkonzentriert. Oft sind die betroffenen Kinder einfach überfordert.
So richtig schwierig wird es, wenn das Kind in die Schule geht. Der Druck wird größer und die Noten schlechter. Irgendwann will das betroffene Kind überhaupt nicht mehr in die Schule und Eltern und Lehrer fühlen sich ohnmächtig. Wichtig ist, dass Eltern und Lehrer sich über die Entwicklungen des Kindes regelmäßig austauschen.
Eine Rechenschwäche zeigt sich meistens in der 2. oder 3. Klasse wenn der 20er Zahlenraum überschritten wird und die Zuhilfenahme der Finger nicht mehr geduldet wird. Für rechenschwache Kinder ist das vermehrte Üben des Schulstoffs nichts anderes als auswendig lernen. Und weil das mit zunehmendem Alter und Lernstoff nicht mehr zu bewältigen ist, wird das Rechenproblem Ihres Kindes immer mehr verschärft. Trotz seiner großen Anstrengung stellt sich der erhoffte Erfolg nicht ein.
Kinder mit einer Lese- Rechtschreibschwäche verwechseln oft Buchstaben wie z.B. d und b, sie sind bei den geübten Diktaten noch recht gut, da sie alles auswendig lernen. Ab der 3. Klasse, wenn nur noch ungeübte Diktate verlangt werden, kommt es zum Scheitern. Die Fehlerzahl explodiert urplötzlich. Das Lesen ist für diese Kinder oft sehr anstrengend und sie meiden deshalb Bücher. Viele Betroffenen sitzen Stunden vor dem Fernseher oder Computer. Für viele Kinder mit einer Lese-Rechtschreibschwäche bleibt das Lesen und Schreiben ein Leben lang kompliziert.
Leider hilft herkömmliches Üben eigentlich nichts. Oft zeigt sich auch nach täglichem Pauken kein Resultat. Die Schule bietet kaum oder gar keine Förderungsmöglichkeiten an.
Doch den Betroffenen kann geholfen werden. Wichtig ist, dass die Gehirnareale, die unreif sind, täglich trainiert werden. Die Buchstaben bzw. die Ziffern müssen bei Kindern mit einer Lernschwäche tief eingeprägt werden. Erst dann können Verknüpfungen gemacht werden wie Schreiben oder Rechnen.
Mit Buchstabenspielen bzw. Ziffern-, und Mengenspielen können Kinder mit einer Lernschwäche täglich üben und sich langsam verbessern. Die Spiele müssen täglich mindestens 1 Jahr lang gespielt werden. Konsequenz ist darum unerlässlich.
Joe Kennedy hat das Institut Kreatives Lernen in Tuttlingen errichtet. Er ist Lehrer und Erzieher und setzt sich seit 29 Jahren für Kinder und Jugendliche mit Lernschwächen ein. Erfahren Sie, wie Sie Ihrem Kind helfen können und erhalten Sie jede Menge gratis Tipps zum Thema Lernschwächen, Legasthenie, Rechenschwäche, ADS und vieles mehr.
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