Zu den Ursprüngen und der Verwendung von Redewendungen
Der Artikel versucht das Interesse auf die Geschichte und den korrekten Gebrauch von deutschen Redewendungen zu lenken.
Redewendungen ... sie begegnen uns beinahe täglich in unserem Sprachgebrauch. Jeder von uns hat davon schonmal Gebrauch gemacht oder eine an den Kopf geworfen bekommen. Aber weiß man auch immer was damit gemeint ist? Woher kommen die - teilweise unsinnig erscheinenden - Sprüche? Verwende ich die Redewendung überhaupt im richtigen Zusammenhang? Nicht wenige werden feststellen, dass auch sie viele Redewendungen zwar kennen und gegebenenfalls sogar schon angewendet haben, aber über deren Herkunft und Ursprung nichts wissen. Dabei kann es sich lohnen einmal genauer nach zu forschen. Viele Redewendungen und Sprichwörter haben nämlich einen logischen geschichtlichen Hintergrund, der teilweise kuriose Früchte trägt und einen durchaus zum Schmunzeln bringen kann.
In den nächsten Zeilen werden zwei der wohl bekanntesten Redewendungen erklärt und ihr Ursprung erläutert.
Früher gab es noch keine Duschen. Da wurde gebadet – aber selten, denn es war nicht einfach, soviel warmes Wasser auf dem Herd zu bereiten. Kübelweise wurde das Wasser am Brunnen geholt, auf dem Holzherd in der Küche erwärmt und dann in den Keller in die große Holzstande getragen. Das dauerte bis die Stande voll war. Zuerst stieg der Hausherr ins Bad, dann seine Frau, dann die Söhne und Töchter, am Schluss noch Knechte und Mägde. Der, meistens die letzte, die nur noch das unterdessen schmutzige und schon erkaltete Wasser benutzen dufte, die musste dann zusätzlich noch die Wanne wieder leeren, d.h. Kessel um Kessel in den Rinnstein leeren und dann erst noch die Wanne reinigen. Alle Nachteile fielen auf die Letzte: schmutziges Wasser, kaltes Wasser und erst noch viel Arbeit. Sie musste eben "alles ausbaden". Etwas "ausbaden" bedeutet heute alle Schuld auf sich zu nehmen bzw. alle Nachteile allein zu tragen.
Man stelle sich vor, an ist Soldat und seit Jahren an der Front im Krieg. Man ist des Kämpfens müde und möchte eigentlich nur noch nach hause. Der einzige Gedanke, den man hat, ist der an die Heimfahrt mit dem Zug. Da können die Offiziere einen noch so viele Befehle erteilen und einen so laut anschreien, wie sie wollen ... man "versteht nur Bahnhof". "Er versteht nur Bahnhof" kommt also aus dem Soldatenjargon. Heute verwendet man die Redewendung, wenn einer nichts versteht oder verstehen will.
Natürlich gibt es ein breites Spektrum an Redewendungen und es kann in diesem Artikel nicht auf jede einzelne Redewendung eingegangen werden. Dieser Artikel sollte einfach Lust darauf machen, sich mit der Geschichte der eigenen Sprache zu beschäftigen und unsere Sprachkultur zu pflegen.
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