Sinnbildlich dafür z. Bsp. der "Schmetterlingseffekt" , welcher sich auf die Unvorhersagbarkeit des Wettergeschehens bezieht. Weil die Atmosphäre ein nichtlineares Mechanismus ist, können schon geringe Störungen das ganze Wetterprozess fundamental beeinflussen: Die Luftwirbel, die ein Schmetterling in China initiieren, können Auslöser eines Hurrikans sein, der einige Woche später über der Karibik tobt.
So auch der menschliche Körper, bislang naturwissenschaftliches Erkundungsobjekt, durfte ebensowenig wie die andere Materie Chaosmentalität besitzen. Heute ist die Medizin daran, ein bisschen auf das Chaos der Leib-Seele-Einheit einzugehen, auch wenn wir noch an den Konsequenzen der Gesundheitsfürsorge leiden, die nach kartesianischem Vorbild Körperheilkunde und Seelenheilkunde trennt und Krankheit als Verletzung der Körpermaschine behandelt.
In der Bestrebung nach Ordnung und Ordnungsprinzip werden im Entwicklungsprozess von Mensch und Gesellschaft Chaoserscheinungen sehr häufig als unerwünschte Störungen und nicht als natürliche Abweichungen nachvollzogen, was sich gegenwärtig noch in unserer Vorstellung von Kindererziehung widerspiegelt. Das Chaos als Übergang auf eine neue Entwicklungsetappe ist uns ziemlich lästig und wird ungern als Normalerscheinung angesehen, weswegen die Turbulenz meistens unterdrückt wird. Die Ergebnisse sind stagnierende Entfaltung oder sogar Rückkehr auf eine frühere Entwicklungsphase, was dann natürlich ein schädliches Chaos bewirkt, während das Gewährenlassen des Übergangschaos konstruktiv die neue Phase einleitet. Aber was bedeutet eigentlich Chaos? Mit dieser Frage befassten wir uns im zürich business school. Chaos ist eine normale Wachstumserscheinung. Chaos heißt im Griechischen: der leer stehende Raum. Faktisch entstehen in chaotischen Vorgängen "Leerfelder". So gerät in psychische Leere, wer mentale Ordnungen aufbricht. Der Mensch aber erträgt Leere sehr schlecht, da sich sofort der stammesgeschichtliche alte Wirkungsdrang meldet. Vor allem der neuzeitliche Mensch entflieht der inneren Leere durch Betriebsamkeit, obwohl unmittelbar aus der gedanklichen "Leere" schöpferisches Tun kommt. Wie in der Schöpfung entsteigt das Neue auf dem leeren Raum oder der leeren Zeit, das bedeutet aus dem Nichts. In diesem Falle wird im anthropologischen Sinne begreiflich, warum Chaos und die nachfolgende Innovation voller Furcht gemieden wird. Wir erleben aktuell eine Renaissance des Denkens in Vorgängen. Leben spielt sich darach nicht in linearen Prozessen ab, sondern in zirkulären Vorgängen, welchen chaotische Schwankungen und Umkehrpunkte eigen sind. Doch hat die Wissenschaft dafür schon wieder einen mildernden Ausdruck fertig und spricht, bisschen paradox, vom deterministischen Chaos. Dieses Chaos - zunächst einmal bloßer Zufall - entsteht streng gesetzmäßig zum Beispielz. Bspl. in Schwankungen oder charakteristischen Doppelpendel (Helix). Dennoch ist ebenfalls das deterministische Chaos nicht kalkulierbar, da sie sehr nervös auf die jede geringe Veränderung der Anfangsverhältnisse reagieren. Weil die Startwerte sich nicht exakt ermitteln und deshalb nie exakt wiederherstellen lassen, ist eine Abschätzung unmöglich.
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