Musik begegnet dem Menschen mittlerweile alltäglich. Nicht nur bewusst, sondern gerade auch unbewusst wird die Musik in das Alltagsgeschehen eingeflochten, vornehmlich dann, wenn es um dem Konsum geht. Die Musikindustrie ist sich des reichhaltigen psychologischen Potentials der Musik durchaus bewusst und setzt es möglichst gewinnbringend ein. Schon allein die Existenz der wissenschaftlich anerkannten Musikpsychologie (als ein Teilgebiet der systematischen Musikwissenschaft) belegt diese Eigenschaften.
Die Musikpsychologie befasst sich mit der Erforschung von universellen Gesetzmäßigkeiten beim Musikhören und Musikmachen mit den analytischen Instrumenten der Psychologie. Grundlegende Fragestellungen beschäftigen sich mit der Wahrnehmung von Musik wie beispielsweise das Herausbilden von Präferenzen im Musikgeschmack und den Umständen des Musikverstehens (Interpretation und Improvisation). Auf die daraus gewonnenen Informationen kann die Musikindustrie dann ihr Musikangebot ausrichten. Auch auf die Bezugsvorlieben wird dabei geachtet. Eine CD mit aufwendig gestaltetem Cover wirkt noch immer anders auf den Konsumenten als eine aus dem Musik Download stammende Audiodatei. Bei letzterem liegen natürlich die preislichen und -statt Einkauf im Kaufhaus- zeitsparenden Vorteile auf der Hand. Auch hier erforscht die Musikindustrie psychologische Verfahren, um die verschiedenen Musikträgerwirkungen möglichst auf einen gewünschten Level zu lenken.
Die psychische Wirkung der Musik wird im Alltag bereits ebenfalls deutlich, wenn man einen beliebigen Supermarkt oder ein Kaufhaus betritt: Nicht zu laut, nicht zu leise lautet das Motto der „idealen Hintergrundmusik“, welche unentschlossene Kunden zum Kauf animieren soll. Ganze Unternehmenszweige sind aktuell mit der Erforschung und Erstellung von kaufhausoptimierter Hintergrundmusik befasst. Die gewünschten Wirkungen sind unter anderem die Umsatzsteigerung, eine positive Stimmung der Kunden durch den „Musikgenuss“, sowie die Hebung der Arbeitsmoral beim Personal. Allgemein wird zwischen ergotropher (stimulierende, aktivierende) sowie trophotropher (beruhigende, entspannende) Musik unterschieden.
Kaufhausmusik (meist trophotroph) ist wegen ihres bewusst suggestiven Einsatzes stark in der Kritik, manipuliert sie Kunden doch letztendlich zur Kaufentscheidung. Ob die Kaufhausmusik überhaupt einen Umsatz begünstigenden Effekt hat, konnte bis heute jedoch noch nicht empirisch nachgewiesen werden. Die Vorteile der Musikindustrie liegen aber besonders auf der die Stimmung beeinflussenden Musik, die die Menschen sich bewusst anhören. Nur wenige Konsumgüter können ähnlich der Musik die Einsamkeit vertreiben, auf Festen für Stimmung sorgen und praktisch auf Knopfdruck stets verfügbar und zuverlässig Euphorie erzeugen.
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