Wachstum in Indien stockt - Investitionen auf Subkontinent bleiben weiter attraktiv
Von 2003 bis 2013 erzielte die indische Wirtschaft noch Wachstumsraten um 7,5%. Indien zählte damit zu den Ländern mit dem höchsten Wachstum weltweit, ein GoldmanSachs Papier Anfang 2001 zu den "fast growing economies" der BRIC-Gruppe (Brasilien, Russland, Indien, China) löste einen regelrechten Indien-Hype aus. Der Wachstumsmotor ist inzwischen ins Stottern geraten, im Fiskaljahr 2013/14 erreicht Indien nur noch ein Wachstum von ca. 4,6% - die geringste Wachstumsrate seit über 10 Jahren. Ende der Wachstumsstory oder kurze Verschnaufpause? Was bedeutet das für potentielle Investoren auf dem Subkontinent mit einer Bevölkerung, die 2025 sogar jene von China einholt?
Zwar klingt das Wachstum von 4,6% aus deutscher Perspektive noch immer attraktiv, jedoch bezieht sich dieses Wachstum auf eine signifikant niedrigere Basis: Während das Pro-Kopf-Einkommen in Deutschland bei ca. 40.000 US-Dollar liegt (kaufkraftbereinigt), kommt der Inder gerade mal auf 4.000 US-Dollar (kaufkraftbereinigt). Ein Zehntel! Hohe Wachstumsraten sind bei einer so geringen Wachstumsbasis deutlich leichter zu erzielen, die hohen Wachstumsraten Indien waren in Indiens Klasse der Niedrig-Einkommens-Länder nur Standard, so der Experte für "Emerging Markets", Ruchir Sharma. Ebendiese Argumentation vertritt Sharma auch in seinem 2012 erschienenen Buch "Breakout Nations", in dem der Autor die potentiellen Kandidaten für "fast growing economies" identifiziert. Indien zählt nicht (mehr) dazu.
Indien bleibt nichtsdestotrotz ein attraktiver Markt für Investoren. Bereits heute liegt die Bevölkerung bei 1,25 Milliarden, bis zum Jahr 2025 hat Indien den Nachbarn China als bevölkerungsreichste Nation eingeholt. Die für Konsumgüterhersteller interessante "Mittelschicht" macht zwar bislang nur einen kleinen Teil der GEsamtbevölkerung aus, nämlich ca. 70 Millionen. Nach einer McKinsey-Studie wird diese Mittelschicht bis zum Jahr 2025 jedoch auf ca. 560 Millionen anwachsen - ein gigantischer Markt. Angesichts dieser strategischen Bedeutung ist es kaum verwunderlich, dass trotz der Wachstumsflaute das Interesse an Indien nicht abbricht. Einen Rückgang bei Investitionen spüre er nicht, erklärte Ende 2012 der Chef der Deutsch-Indischen Handelskammer. Zwar muss man auf die kulturspezifischen Herausforderungen Indiens sehr gut vorbereitet sein. Wer jedoch seine Hausaufgaben gemacht hat, der wird mit Geschäftserfolg belohnt. Ca. 3 bis 5 Jahre dauert es, bis ein Unternehmen in Indien den Break-Even erreicht.
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