Online-Shop-Systeme - Welches ist das richtige für mich?
Bei der schieren Flut an frei verfügbaren Online-Shop-Systemen fällt die Wahl oft schwer. Allerdings lassen sich im Vorfeld schon Kategorisierungen vornehmen, welche die Wahl etwas leichter machen.
Hoch lebe Open Source! Schon zu Beginn des E-Commerce kurz vor der Jahrtausendwende wurden Frameworks (anders kann man sie nicht nennen) entwickelt, welche dem potentiellen Shopmanager/Webseitenbetreiber ermöglichten, auf die eigene Webseite einen Online-Shop zu integrieren. Hierbei handelte es sich sehr oft um JavaScripts oder im günstigsten Fall und Perl-Skripte ohne komfortables Backend. Sehr häufig waren es auch Offline-Shops, die nach der Pflege HTML-Seiten erzeugten, die jedes Mal neu auf den Server hochgeladen werden mussten. Tatsächlichen Komfort boten damals nur sehr teure Enterprise-Shopsysteme. Diese Zeiten sind gottlob vorüber. Mittlerweile machen Open-Source-Shops vielen Enterprise-Shops tatsächlich etwas vor.
Doch im großen Dschungel verliert man leicht den Überblick. OsCommerce, xt:Commerce, Magento und wie sie nicht alle heißen. Welches ist nun das richtige Shopsystem für mich? Hier lohnt es sich, die Shops in ihrem Funktionsumfang zu kategorisieren. Das soll nicht wertend gemeint sein, sondern basiert einfach auf Praxiserfahrungen im Umgang mit den Systemen. Die Liste ist bei Weitem nicht erschöpfend, allerdings sind die gängigsten Vertreter enthalten. Absichtlich nicht enthalten sind Warenkorb-Plugins für die gängigen Content Management Systeme, da dies die Aufzählung nur unnötig aufblähen würde und zum Aufsetzen eines seriösen Online-Shops diese Systeme nicht praktikabel sind. Einerseits muss hierfür zuerst das CMS installiert werden und danach noch das Plugin. Dann müssen noch die Daumen gedrückt werden, dass auch beides im Zusammenspiel optimal funktioniert.
Kleinere Shops / Einsteiger zum Hineinschnuppern / Nebenverdient: osCommerce, xt:Commerce (und seine Forks, z.B. commerce:SEO, xtCModified), Oxid eShop
Mittlere Shops / ernster E-Commerce: Oxid eShop, Magento, Shopware, Gambio, Prestashop
Große Shops / mehrere Mitarbeiter zur Betreuung des Shops mit spezialisierten Aufgabengebieten: Prestashop, Magento
Wichtig, vor allem für deutsche Online-Händler ist die "Kompatibilität" mit dem deutschen Gesetz. Zustimmung zu SGB und Widerrufserklärung, Grundpreisverordnung, Impressum, Datenschutz um nur einige zu nennen. Das System sollte entweder darauf vorbereitet sein oder durch Plugins hierauf erweitert werden können. Oxid beispielsweise wird in Deutschland (weiter)entwickelt und sitzt somit an der Quelle. Für Magento gibt es mittlerweile aber auch Hoffnung. Mit Magento DE ist ein voll funktionsfähiges Open Source-System verfügbar, welches vollständig auf die deutschen Rechtsgrundlagen im E-Commerce angepasst ist. Wichtig bei der Auswahl ist auch, welche Funktionen für das Marketing der Shop mitbringt. Suchmaschinenoptimierung ist ein Muss (sprechende URLs, eigene Vergabe von TITLE-Tags, Metadaten, Vergabe von ALT-Attributen, ...), viele Systeme bieten aber noch weitergehende Funktionen, wie Newsletter (z.B. Magento, Oxid), Upselling, Crossselling, etc. Auch dies sollte bei der Auswahl berücksichtigt werden.
Man sollte bei der Wahl jedoch bedenken, dass der Shop unter Umständen wächst und der Wechsel auf einen neuen Shop wegen der Größe unumgänglich wird. Kleinere Nischenshops, die eher zum Nebenverdienst oder als Online-Abverkauf dienen, können auch langfristig mit den "kleineren" Shops glücklich werden. Wer allerdings auf längere Zeit mit seinem System wachsen will, sollte zumindest mittelfristig planen. Eine Migration von Produktdaten von einem ins andere System kann entweder sehr zeitaufwendig oder kostspielig werden. Hierzu zählt auch der Wechsel von einem Open-Source- zu einem Enterprise-System. Hier lohnt es sich tatsächlich, gleich zu Beginn eine spezialisierte IT-Agentur für Webdesign und/oder Online-Shops mit der Entwicklung des Systems zu beauftragen. Unter dem angegebenen Link werden alle Vorteile gelistet, welche Magento mitbringt.
Denn: egal wie umfangreich das Open-Source-Shopsystem ist, im Alleingang gelangt man irgendwann entweder ans Ende der Leistungsfähigkeit der Shops oder ans Ende der eigenen Fähigkeiten.
Klar sind oftmals zum Start leider nicht die finanziellen Mittel vorhanden. Diese Ersparnis zahlt man aber später wieder drauf, wenn sich eine Agentur in die integrierten Plugins einarbeiten und Fehler finden muss.
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